Texte

Montag, 14. März 2011

Emokratie

Was sind das für Rasierklingengrenzwerterfahrungen?
Wie im Kindergarten nach Aufmerksamkeit lechzend,
wer sich am nahsten rantraut hat gewonnen,
VERDAMMT - der Tod ist kein Spiel!

Diese roten Striche an deinen Handgelenken,
sind das tatsächlich Wunden oder kann es vielleicht sein
das du dich selbst mit einem Strichcode versehen
und ewiglich ins Dunkelsystem eingefügt?

Eine Schweigeminute zur Zeitgeisterstunde!

Welch kranker Kopf hat diese Lebenden Toten beschworen?
Tausend verkrampfte Hände recken sich aus selbstmitleidgetränkter Erde
um zu ergreifen und hinabzuziehen wer noch nicht infiziert
und die stolzen Seelen der Apathie zu opfern.

Und dann, tief unten im Palast der Emokraten,
sitzen alle Anhänger der Königin Enttäuschung in einem Saal,
vermummt, verstummt, vereint und vereinsamt...
Dieses Ende der Spirale weckt in mir kein Mitleid mehr.

Alle Macht dem trauernden Volk!


© Lone-August-2005

Zwei Könige

Es ist wie ohne Augen in einen Spiegel zu sehen
Alles unklar und doch vertraut
Man kennt ihn, die Dunkelheit umher,
wie er scheinbar übermächtig das kleine Herz umklammert

Und dann erscheint ein Licht,
ein heller Strahl von irgendwo,
und schneidet ihn entzwei

Ein kleiner Triumph, der Hoffnung sät
Sein stummer Schrei hallt durch meine Seele
und bricht sich an den kalten Wänden
die die langen Jahre der Einsamkeit errichtet haben

Und dann ist alles Licht,
als wäre ich in die Sonne getaucht,
und ganz deutlich steht er da

Er ist nicht mehr als ich,
nur eben auch nicht weniger
Er ist nicht stärker als ich,
aber auch nicht schwächer

Ein schwarzer und ein weißer König stehen sich reglos gegenüber
Keiner kann ohne den anderen existieren
Die Welt besteht aus nur 9 Feldern
Sie verändern den Standpunkt, doch der Abstand bleibt gleich

Erst wenn mein Licht erloschen ist,
dann endet auch sein Leben,
und tief unter der Erde
wirds uns beide nicht mehr geben.
So ist mein Opfer unvermeidlich,
die Klinge schimmert messerscharf,
weil diese Geschichte
nicht mit unentschieden enden darf.


Schachmatt.


© Lone-August-2005

Run with the devil

Viel Glück wünsch ich dem,
der behörnt dem Gehörnten zum Ebenbild
im Säulenrund den geifernden Fratzen zum Gefallen
mit Spießen und Stangen getrieben bis zum eigenen Rot.

Bejubeln werd ich den,
der behuft dem Gehuften zum Ebenbild
die geifernden Fratzen durch lange Gassen treibt,
sie stösst und zertrampelt und badet im eigenen Rot.

Mein bitteres Lachen begleitet jeden Treffer der Kreatur,
ein vielfaches menschlicher als die Fratzen sie umringend,
"menschlich" als Phrase vom Standpunkt entarteter Primaten
und somit wertlos wie das Leben ihrer Beute.

Wir träumen wohl beide von der gleichen grünen Wiese,
tief versteckt in dem Land das es niemals geben wird,
hinter den Bergen, die kein dunkler Gedanke zu erklimmen vermag,
und dem Wald der tausend wachsamen Augen.


© Lone-Juli-2005

Wüstenfuchs

Es fiel mir schon immer schwer Türen zu schließen
zu Räumen in denen das Licht noch nicht erloschen ist.
Ich will dich so sehr lieben wie ich dich vermissen würde
wenn du mich verlässt und den Weg alleine gehst
der noch vor dir liegt...

Wie heißt der Mann der es gewagt hat
diese grauen Wohnbauklötze zu staunen,
und wieso wohnt er mit seiner Familie irgendwo im Grünen?
Dieses Labyrinth aus Fassaden, das ab und zu etwas Farbe lacht,
es ist schwer zu glauben das Menschen hier nicht nur verbluten,
sondern auch lieben...

In schlechten Zeiten kommst du am weitesten voran,
denn du findest keinen Ort der dich halten kann.
So deprimierend anzusehen wie eine leere Blumenvase,
noch ein Stück durch die Wüste bis zur nächsten Oase.

Ich starre in die Sonne,
bis sie den Blick nicht mehr erwiedert!
Ich starre in die Sonne,
bis sie mein Auge nicht mehr blendet!
Ich starre in die Sonne,
bis ich den Kampf gewonnen habe,
und wenn ich vorher erblinde,
dann hab ichs nicht verdient dich zu sehen!

In schlechten Zeiten kommst du am weitesten voran,
denn du findest keinen Ort der dich halten kann.
So deprimierend anzusehen wie eine leere Blumenvase,
noch ein Stück durch die Wüste bis zur nächsten Oase.
Das Leben ist ein Kamel und du sitzt zwischen den Höckern,
und der harte Ritt und der staubige Wind geben dir den Rest.
Die Karawane zieht weiter zur Raubtierfütterung,
Hoffnung ist nichts als eine Luftspiegelung.
Ich starre in die Sonne, bis sie die Lüge aus meinem Auge brennt.
Zurück zum Hafen, auf ein Schiff, das noch keine Zweifel kennt.
Wir stechen in See, die Erkenntnis heißt, die Knie werden weich.
Ozeane sind feuchte Wüsten, sonst ist alles gleich!


© Lone-Juni-2005

Die Marionette

Die Marionette zieht an ihren Fäden
und zerrt den Puppenspieler auf die Bühne.
Im grellen Rampenlicht wird deutlich wieviel er in Wirklichkeit nicht ist.
Enttarnt und demaskiert versucht er zu entkommen,
verstrickt sich jedoch in den Fäden und zappelt wie ein Fisch am Haken.
Die Beute zuckt verzweifelt,
die Spinne ist die Lüge und das Netz die Intrige.
Zum letzten Mal sieht er seine sadistischen Manipulationen
wie in einem Spiegel, dann der Todesbiss.

Gepriesen sei der Erlöser!

Die Marionette zieht an ihren Fäden und das filigrane Kunstwerk zerreisst.
Als Halbwaise hüpft sie davon, fühlt sich befreit für mindestens 4 Jahre,
und merkt nicht das der Erlöser schon längst
ihre schleifenden Fäden aufgegriffen hat.



© Lone-April-2005

Betten und Gräber

Ich würde diese Stadt nicht mögen, würdest du hier nicht wohnen
und ich würde diese Stadt nicht mal kennen, hätten wir uns nie getroffen
Diese Stadt wäre nur ein Name, und Mauern und Häuser und Brücken
Sie wäre nur eine Haltestation auf der Fahrt zu irgendwem

Betten sind wie Gräber, es kommt immer darauf an wer darinliegt,
und wie man sich bettet, so liegt man,
und wie man sich bettet, so wacht man auf...

Unser Verhältnis zu diesen Orten beruht nur
auf Personen
und Emotionen
und niemals auf Mauern und Häusern und Brücken

Es ist ganz egal wohin, immer zusammen
Das Gefühl, das blieb, als die Konturen verschwammen


© Lone-März-2005

Halb so doppelt

Du wirst mich nicht vermissen,
du weißt ja wie das geht
Wir hatten alles was wir brauchen,
nur die Zeit kam zu spät

Und du siehst was du liebst wenn du verlierst was du hast
und du siehst wie du lebst wenn die Farbe verblasst

Rosa zu grau, Wolken zu Stahl
Das richtige Herz, die falsche Wahl

Du wirst nicht an mich denken,
du weißt ja wie das geht
Ich hatte alles was ich wollte,
nur die Erkenntnis kam zu spät

Und du siehst was du liebst wenn du verlierst was du hast
und du siehst wie du lebst wenn die Farbe verblasst
Und du siehst was du liebst wenn du verlierst was du hast
und du siehst wer du bist wenn dir gar nichts mehr passt



© Lone-Februar-2005

Nachtfalterasyl

Eine einsame Kerze ... Ich verbrenne
Leuchtendes Fenster ... Zerbrochenes Glas
Die Stadt liegt schwarz ... Verschmelzende Schatten
Kein Zuhause ... und alles schläft

Komm zu mir
Komm ins Licht
Flieg zu mir
Verbrenn dich nicht

Das Ende des Tunnels ... Ein Labyrinth
Fassaden und Grenzen ... Der Spiegel ist blind
Ein weiter Weg ... Nur für Sekunden
Du wirst erwartet ... und alles versinkt

Sanctuary
The rainbow's end
Dancing fairy
in my hand
Into the light
Out of the blue
All so bright
Treasured for you

Schwarze Nächte ... Grelle Tage
Böse Träume ... ohne Schlaf
Dächer rufen ... Stricke reißen
Der Winter kommt ... und alles schmilzt

Komm zu mir
Komm ins Licht
Flieg zu mir
Verbrenn dich nicht

Blaue Sehnsucht ... Gelebter Tod
Keine Uhren ... Die Welt verstummt
Hoffnung siegt ... Engel weinen
Die Kerze erlischt ... und alles ist gut

Ihr braucht mich nicht verstehen
Ihr könnt kommen und gehen
wie ihr wollt
Ich bin nicht euer Ziel
Ich bin nur ein Asyl
wenn ihr wollt



© Lone-Februar-2005

Hannover von deinem Fenster aus

Ich seh Hannover von deinem Fenster aus
und frag mich was uns eigentlich verbindet
Jahre voller Freundschaft, wir haben viel gesehen
Ein Freund der kommt, ein anderer der verschwindet

Gelbes Licht ströhmt herein
Grell und ohne Gnade, ohne Sinn
Ich weiß, es ist Zeit,
für einen neuen Tag, einen Neubeginn

Ich seh Hannover von deinem Fenster aus
Neongrell und Herbstlaub an den Bäumen
Ein Platz an der Sonne zwischen Regen und Sturm
Alles andere ist egal solang wir träumen

Ein vertrautes Gefühl
Der Bahnhof lockt mit strahlend bunten Farben
Ich weiß, es ist Zeit
Die Herzen voll Erinnerung und Narben

Ich seh Hannover von deinem Fenster aus,
doch sah ich es noch nie durch deine Augen
Du kennst nicht meine Sorgen und ich weiß nicht was du denkst,
und was immer ich auch sag, du wirst es glauben

It's good and it's bad, it's funny and it's tragic
I just wanna thank you for years full of magic



© Lone-Oktober-2004

Abspann

Regen wird zu Angstschweiß, Schweigen wird zu Gold
Eine Nacht wie jede andere, weiß nicht was ihr mir sagen wollt
Ihr lauft an mir vorüber und leuchtet mir ins Gesicht
Zahllose Namen ohne Körper, mehr als mich blenden könnt ihr nicht

Rastlos, ohne Gnade, es geht abwärts, nicht voran
Sortiert nach Fähigkeiten, mehr sieht man euch nicht an
Die Gesichter sind verborgen hinter eurer großen Tat,
und trotzdem wollt ihr Ruhm, doch versteckt was ihr zu bieten habt

Und ich starre euch an,
suche verzweifelt meinen Namen,
nur um zu wissen das es stimmt...

Mit dem Abspann fängt alles an
und mit dem Sonnenaufgang weißt du wie es endet
Was dazwischen liegt ist alles oder nichts
Was du auch tust, es ist verschwendet

Und noch immer starr ich vorwärts, hypnotisiert von eurer Macht
Eine Nacht in meinem Leben, oder mein Leben in einer Nacht?
Tag für Tag seh ich euch wieder, zum Wegschauen fehlt die Kraft
Doch dieses Machtvakuum in mir ist größer als alles was ihr je erschafft

Und ich starre euch an,
suche verzweifelt meinen Namen,
nur um zu wissen das es stimmt...

Mit dem Abspann fängt alles an
und mit dem Sonnenaufgang weißt du wie es endet
Was dazwischen liegt ist alles oder nichts
Was du auch tust, es ist verschwendet


© Lone-2003
LONE

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